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Bezirksliga 2001 / 2002 Drucken E-Mail
Nachdem das schwere 2. Jahr in der Bezirksliga durch eine starke Rückrunde mit dem Klassenerhalt belohnt wurde, begann man recht frühzeitig mit der Vorbereitung auf die neue Saison 2001/2002.  Neue Spieler, David Gumpricht und Christian Hahn (kamen vom SC 06 Oberlind) und Toralf Thiemann verstärkten den Kader, Mike Donath kehrte wieder zum SC 09 Effelder zurück. Bereits am 30.06.2001 wurde mit dem HONDA-Cup die neue Saison eingeläutet. Vorbereitungsspiele gegen den TSV Neubrunn, den SV 08 Steinach, den VfB Steinach und den TSV Germania SON-West sowie Kirmes-und Pokalspiele folgten.

Zum Saisonauftakt konnte der SV 1960 Seltendorf vor 180 Zuschauern einen Traumstart mit einem 5:3 Sieg gegen den FSV Mellenbach/Sitzendorf  erreichen. Zwei sehenswerte Happich-Distanzschüsse aus 20m und 22m brachten das notwendige Selbstvertrauen. Die Zuschauer und unser „Extrem-Fanclub“ waren hochzufrieden und euphorisch, ebenso die Vertreter der schreibenden Zunft, welche nach dieser Vorstellung bereits das Abstiegsgespenst vom Retschenbach verbannen wollten. Der 3. Tabellenplatz in der Bezirksliga sollte der bis dahin höchste in der Vereinsgeschichte bleiben.

Am darauffolgenden Spieltag musste beim Tabellenführer Reurieth eine knappe 0:2 Niederlage hingenommen werden, da zu viele Torchancen vergeben wurden. Auch im dritten Bezirksligajahr konnte man in Großbreitenbach keinen Blumentopf gewinnen. Bereits zur Pause lag der SV 1960 3:0 hinten, am Ende hieß es 4:0. Als eines der schwächsten Bezirksligaspiele, bei dem der kämpferische Einsatz total vermisst wurde, titelte C.P. Fischer über diesen verkorksten Spieltag.

Am darauf folgenden Sonntag sollte gegen den Bezirksligaaufsteiger SV Eintracht Oberland endlich wieder ein Dreier auf heimischen Rasen eingefahren werden. Leider konnte der SV 1960 nur stark dezimiert (4 Stammspieler verletzt oder verhindert) in dieses Spiel gehen. Die Devise hieß zunächst: „Die Null muß stehen“. Torwart Christian Hahn, der sein erstes Punktspiel bestritt, machte seine Sache gut, hielt fehlerlos und konnte mit guten Aktionen glänzen. So stand zwar die Null, leider aber auch auf der gegenüberliegenden Seite. Ein mageres 0:0, das den SV 1960 wieder im hinteren Drittel der Tabelle festhielt.

Im Veilsdorfer Weihbachgrund wollte die Mannschaft an die starke Leistung des Vorjahres anknüpfen, als man für viele gelungene Aktionen Szenenapplaus gespendet bekam. So entwickelte sich auch ein recht ansehnliches Spiel, in dem der SV 1960 eindeutig die spielbestimmende Mannschaft mit einer Vielzahl guter Chancen war. Diese wurden jedoch durch den sehr gut haltenden Veilsdorfer Torwart Ebert weitestgehend entschärft. Die Partie endete mit einem 1:1,  wieder zwei Punkte verschenkt. Jedoch war man aufgrund der gesteigerten Leistung zufrieden und hoffte auf Beständigkeit.

Nach sechs sieglosen Partien in Folge, hieß die Devise gegen den Tabellendritten, Eintracht Heldburg, : „Wir müssen bis zum Umfallen kämpfen.“ so Maik Hähnlein. C.P. Fischer: „Wir brauchen heute unbedingt drei Punkte, um den Anschluß an das Mittelfeld nicht zu verlieren“. Bernd Eschrich, eigentlich unser Torhüter, der aufgrund Personalmangels diesmal als Stürmer fungierte, hatte einige gute Möglichkeiten, konnte diese aber nicht nutzen. Jan Happich und Mario Lützelberger brachten den SV 1960 in der ersten Halbzeit in Front. Die Gäste erzielten in der Nachspielzeit noch den Anschluß, mussten die Punkte aber am Retschenbach lassen. Dieser Sieg sollte Auftrieb für das kommende Spiel gegen Themar geben.

Doch auch im 5. Auswärtsspiel gelang kein Sieg. An der Werra sah die Seltendorfer Hintermannschaft ziemlich alt aus und musste 4 Gegentore hinnehmen. Den Ehrentreffer erzielte Mario Lützelberger. Zweifelhafte Schiedsrichterentscheidungen und zwei „Sonntagsschüsse“ der Gastgeber gaben dem Spiel die entscheidenden Wendungen.

Die folgenden Partien gegen Post Suhl 1:1 und gegen Lauscha 0:3 konnten nichts zur Verbesserung des Punktekontos beitragen. Am 12. Spieltag begrüßte der SV 1960 die Tabellenführer vom SC 06 Oberlind. Der Trainer erwartete eine deutliche Leistunssteigerung gegenüber den vorherigen Spielen. Trotz allem ging unsere Mannschaft als krasser Außenseiter in diese Partie. 220 Zuschauer sahen eine starke „Linder-Elf“, die sofort das Kommando übernahm. Die beiden spielstarken Nigerianer, Tsoungui und Anghel suchten den Spielmacher, Höhnke, der die Bälle gut verteilte und selbst gute Chancen hatte. Zur Halbzeit stand es dann auch 0:2. Im zweiten Durchgang erhöhten die Gäste noch auf 0:3. Trotz der Niederlage war man mit der Mannschaftsleistung zufrieden.

Auf dem Petersberg in Steinheid konnte unsere Mannschaft zur Halbzeit noch ein 2:2 halten, am Ende hieß es 5:2 für den SV Wacker. Am 14. Spieltag lockte das Hinterlandderby gegen den Ortsnachbarn aus Effelder 250 Zuschauer an den Retschenbach. Die stark spielenden Donath, Jahn, Hörnlein und Günther setzten unsere Mannschaft schwer unter Druck. So geriet der SV 1960 auch durch Tore von Günther und Hörnlein bis zur Pause 0:2 in Rückstand. Nach der Pause erhöhte Jahn per Foulelfmeter auf 0:3 – die Messe war gelesen! Krauße verkürzte zwar noch auf 1:3, doch Effelder war an diesem Tag eindeutig die bessere Elf.

Mit dieser und den darauf folgenden Niederlagen gegen Ummerstadt (4:1) und Mellenbach (7:3) zogen wieder dunkle Wolken über dem SV 1960 auf. Das Abstiegsgespenst war wieder allgegenwärtig. Der Rückstand zum „rettenden Ufer“ betrug schon 6 Punkte und nun musste  gegen Reurieth versucht werden, den Abstand zu verkürzen. Die Partie wurde jedoch abgesagt, so dass im letzten Spiel des Jahres auswärts gegen die Mannschaft aus Gehren ge- spielt werden musste. Auch dieses Spiel ging leider verloren, womit der SV 1960 wieder auf einem Abstiegsplatz überwintern musste. Dennoch gaben sich die Seltendorfer nicht auf. Schließlich hatte man in den zurückliegenden beiden Jahren deratige Situationen auch schon gemeistert.

Die Vorzeichen für die anstehende Rückrunde standen wieder schlecht, der SV 1960 befindet sich wieder mal auf einem Abstiegsplatz  und die Mannschaft hatte substantiell in allen Mannschaftsteilen nicht die notwendige Klasse bewiesen, um in der Bezirksliga bestehen zu können. Dennoch hat man sich natürlich nicht aufgegeben, zumal ja bereits die Situation nichts Neues war und man bisher immer mit einem „blauen Auge“ davongekommen ist.  So sollte auch im 3. Bezirksligajahr die Winterpause genutzt werden um neuen Mut und Kraft zu tanken. C.P. Fischer wollte mit einem Trainingslager in Bad Blankenburg (27.02.-03.03.02) und Neuzugängen wieder Schwung in die Mannschaft bringen. Die Testspiele gegen den VfR Lobenstein (1:6), den SV Empor Heßberg (3:3) und den TSV Heldritt (2:1) waren eher durchwachsen, obwohl das Spiel gegen Heldritt eine positive Formkurve andeutete.

Die Rückrunde begann mit einem Nachholespiel gegen den SV 1919 Reurieth. In diesem ersten, von 12 „Endspielen“ für den SV 1960 Seltendorfer zeigte die Mannschaft das sich die  Mühen der Vorbereitung gelohnt haben. D. Gumpricht und N.Pasztori sicherten mit je 2 Toren einen ersten wichtigen Sieg (4:2), der zeigte, dass man sich noch lange aufgegeben hatte.

Mit unbändiger Moral bog unsere Mannschaft im zweiten Heimspiel der Rückrunde ein 0:1 gegen den FSV Großbreitenbach in einen 3:1 Sieg um. Wiederum hatte David Gumpricht neben Jens Krauße und C.P.Fischer einen großen Anteil am Erfolg. Mit diesem Sieg konnte sich der SV 1960 Seltendorf wieder zurück in die Liga bringen und blickte den weiteren Spieltagen optimistischer entgegen. Frank Ludwig, 1.Vorsitzender des Vereins, wünschte sich für die folgende Partie in Merbelsrod gegen den SV Eintracht Oberland, eine ebenso gute Leistung. Mit einem 1:1, wie in der Hinrunde und vielen Chancen von Happich, Gumpricht und Leuthäuser blieb man auch im dritten Spiel „auf Kurs“.

Mit etwas Pech konnte die Partie gegen den SV EK Veilsdorf II trotz besserer spielerischer Leistung nur mit einem Remis (1:1) beendet werden. Hoffentlich sollten diese zwei verschenkten Punkte nicht am Ende fehlen. Gegen den TSV Zella-Mehlis sollte die gewonnene Euphorie ihren ersten Dämpfer erhalten. Abwehrschwächen und schlechte Chancenverwertung trugen zu einer 0:2 Niederlage auf heimischen Boden bei. Den folgenden Spielen gegen die vermeintlich besseren Teams der Liga musste man sehr skeptisch entgegenblicken.

Am Fuße der Veste Heldburg konnte unsere Mannschaft in der 1. Halbzeit durch einen gut parierenden B. Eschrich noch ein 0:0 halten und auf einen Punkt hoffen, in Durchgang zwei musste dann jedoch noch drei mal der Anstoßpunkt aufgesucht werden. Bereits in der 66. Minute fiel die Vorentscheidung zum 3:0 für den SV Eintracht Heldburg. Sieben Spieltage vor dem Saisonende hat sich damit die Ausgangsposititon für unsere Mannschaft nicht gebessert. Die Hoffnung auf ein Wunder in den nächsten Spieltagen wuchs.

In einem kämpferisch stark betontem Spiel gegen den Tabellendritten, TSV 1911 Themar, konnte sich der SV 1960 auch aufgrund von Personalsorgen, Happich, Rempel, Thiemann und Pasztori fehlten, nur redlich mühen. Trotz zweier Tore durch den Neuzugang Tobias Schnetter zum 2:2  konnte man die technisch besseren Themarer nie wirklich kontrollieren. Diese vergaben dann auch noch weitere Großchancen. Letztlich gelang den Gästen durch einen sehenswerten Angriff über vier Stationen und einem weiteren Prachttor der Siegtreffer zum 3:2. Der Fanclub des SV 1960 versuchte mit Trommeln und Trompeten noch einmal die Mannschaft zu motivieren,  jedoch vergab D. Gumpricht noch gleich zweimal aus 14m und der eingewechselte M.Hertha verzog einen Seitfallzieher aus Nahdistanz. Nach dieser Niederlage war der SV 1960 Seltendorf zum Siegen verdammt, um den letzten Hoffnungsfunken nicht verglimmen zu lassen.

Mit grenzenlosem Einsatz und viel Pech konnte im Kellerduell gegen den SV Post Suhl nur ein 0:0 erreicht werden. Die mitgereisten Fans sahen einen stark kämpfenden SV 1960, der trotz einiger guter Chancen von Gumpricht, Lützelberger und Happich  an diesem Tag den Beistand von Fortuna gut hätte gebrauchen können. Noch galt es aus den verbleibenden 5 Spielen mindestens 11 Punkte zu holen.

Im darauffolgenden Spiel gegen den Bezirksliganeuling aus Lauscha musste unsere Mannschaft bereits nach dem ersten ernstzunehmenden Angriff der „Glasbläser“ das 0:1 hinnehmen, die danach noch cleverer agierten. Trotz Übergewichts unserer Heimmannschaft konnten die herausgearbeiteten Chancen nicht genutzt werden. Nach Umstellung in der Hintermannschaft zur Halbzeitpause lag der Ausgleich mehrmals in der Luft. Aber M.Lützelberger und J. Krauße scheiterten am sehr gut haltenden Mario Geyer, der bereits mit seinen 19 Jahren zu einem echten Rückhalt seiner Mannschaft gehört. In der 75 Minute konten die Gäste einen Konter mit dem 2:0 abschließen. Damit war die Messe in diesem Spiel ebenfalls gelesen. Die Spieler des SV 1960 Seltendorf verließen mit hängenden Köpfen das Spielfeld. Ein Fan:“Wenn man hintendrin hängt, fehlt halt auch noch das Quäntchen Glück!“

Die Situation war nunmehr fast aussichtslos, zumal man am kommenden Wochenende zum Tabellenführer nach Oberlind musste. Im Vorfeld dieser Partie wurde eigentlich nur über die Höhe des Sieges der Gastgeber gefach- simpelt. Jedoch war die Leistung des Tabellenersten wenig meisterlich. Der SV 1960 hatte nichts mehr zu verlieren und ging durch Tore von Schnetter und Lützelberger mit 2:0 in Führung. Nach den Ausgleichstreffern der „Linder“ konnte Tobias Schnetter wiederum nach einem Solo zur 3:2 Führung einschießen. In der 62. Minute erzielte der SC 06 Oberlind dann noch den Ausgleich und konnte mit der Punkteteilung hoch zufrieden sein. Die Seltendorfer feierten den Auswärtspunkt, schließlich waren diese Momente in den zurückliegenden Wochen eher Mangelware. Theoretisch hielt man sich damit die Chance auf den Klassenerhalt offen.

Therorie und Praxis liegen meist weit voneinander entfernt. Bereits am nächsten Spieltag wurde bei Wacker Steinheid mit 1:3 verloren, das erhoffte Wunder blieb aus und der Traum vom Klassenerhalt war somit endgültig ausgeträumt. Nun galt es, sich mit einigermaßen ansprechenden Leistungen von der Bühne „Bezirksliga“ zu verabschieden.

Am vorletzten Spieltag der Saison musste der SV 1960 im Ortsderby gegen den SC 09 Effelder ran. Das 1:0 für den SV 1960 besorgte Torwart Eschrich per Foulelfmeter. Die Effelder kamen durch Hörnlein und Jahn zu guten Chancen, welche jedoch bei B. Eschrich endeten. In den letzen 10 Minuten der Partie fielen dann Schlag auf Schlag die Tore durch Schnetter, Lützelberger und Maik Hertha. Effelder musste damit die höchste Heimniederlage (0:4) in der Saison hinnehmen. Die Seltendorfer Mannen konnten durch diesen Sieg Mut und Hoffnung für die neue Saison in der Kreisliga schöpfen.

Der SV 1960 Seltendorf verabschiedete sich mit einem 4:2 Erfolg gegen den TSV 1868 Ummerstadt nach drei Jahren aus der Bezirksliga von seinen treuen Fans. Abteilungsleiter Manfred Hopf bekräftigte, dass die Mannschaft nochmal einen schwungvollen Fuball zeigen wolle um damit auch im Oberhaus des Kreises die Ambititionen des Vereins zu unterstreichen. Die 60iger nahmen von Anfang an das Heft in die Hand und machten tüchtig Dampf. Durch drei Gumpricht-Tore und einen 27m Sonntagsschuß in den Winkel durch Walther wurde diese Partie entschieden. Happich scheiterte bei Freistößen noch einmal am gegnerischen Torwart und am Aluminium.

In der regionalen Presse wurde die „grenzenlose Moral“ der Fischer-Schützlinge gewürdigt und der Abstieg aus der Bezirksliga bedauert. Viele hatten unserem kleinen Verein diese gar nicht zugetraut. Nur durch einen unbändigen Zusammenhalt und eine treue Fangemeinde war dieser Erfolg für den Verein überhaupt machbar. Dafür gebürt allen Beteiligten Dank und Anerkennung.

Statistik:

Eingesetzte Spieler:  26
höchste Niederlage:  3:7 gegen Mellenbach (16.Spieltag)
höchster Sieg: 4:0 gegen Effelder (29.Spieltag)
Torschützen:
9    Mario Lützelberger
7    David Gumpricht
6    Tobias Schnetter
5    Jan Happich
3    Nils Pasztori
2    Bernd Eschrich, Jens Krause, Thoralf Thiemann, Andreas Walther
1    C.P. Fischer, Ronny Leuthäuser, Mike Hertha, Ralf Ziehn

Rote Karten: 0
Gelb-Rote Karten: 2 (Maik Hähnlein und Mike Hertha)
Sperren nach 5xGelb: 6 (Maik Hähnlein (3x), Happich, Walter, Gumpricht, Rempel, Sollmann)
Verwarnungen insg.: 64