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50 Jahre SV 1960 Seltendorf 


von damals bis heute

 



Ende der 50iger Jahre gestaltete die Jugend ihre Freizeit mit gemeinsamen Sportaktivitäten. Neben Tischtennis und Volleyball wurde verstärkt Fußball gespielt, nachdem 1954 das erste Mal der WM-Titel in Bern geholt wurde. Viele junge Männer wollten den Idolen ihrer Zeit nacheifern. So traf man sich nach Arbeitsschluß auf der Wiese nahe des Feuerwehrdepots und kickte fast täglich bis die Sonne unterging. Erich Sauerteig, auch „Ata Türk“ genannt, betätigte sich als „Trainer“ für die Jungs. Als Spielgerät diente zu jener Zeit ein mit Holzwolle ausgestopfter Stoffball, dessen Haltbarkeitsdauer relativ kurz war und deshalb sehr oft ausgebessert werden musste. Der erste Lederball wurde dann auf etwas unkonventionelle Weise durch „Ata Türk“„besorgt“…. , als er bei einem Fußballspiel in Neustadt/Coburg einen Ball, der über die Sportplatz - umzäunung flog, unter dem Vorwand diesen wieder holen zu wollen, kurzerhand auf sein Fahrrad verbrachte und mit der „Beute“ schnellstmöglich nach Seltendorf heimradelte. Dieser Ball hatte dann auch seinen eigenen „Ballverantwortlichen“. Horst Sack kümmerte sich um die Ballpflege und Reparaturen.

Da es in Seltendorf keinen Sportverein gab, spielten die jungen Männer in Rauenstein, Grümpen, Melchersberg und Effelder. Im Sommer 1960 kam man zu der Überzeugung, eine eigene Mannschaft gründen zu wollen. Das erste Spiel der „Seltendorfer“ fand am 09.10.1960 gegen Grümpen II statt und wurde 9:0 gewonnen. Auch die weiteren Freundschaftsspiele dieser neuen Mannschaft verliefen erfolgversprechend. Siege über Rabenäußig (6:1), Rauenstein II (5:0) und Truckenthal (6:2) verstärkten die Hoffnung, auch dauerhaft und vielleicht auch höherklassig mitspielen zu können.

Am 22.10.1960 wurde in Seltendorf die Betriebs-Sport-Gemeinschaft, BSG Traktor Seltendorf in der damaligen Gaststätte „Goldene Aue“ in Seltendorf gegründet. Zu den Gründervätern gehörten u.a. Willi Ziehn (damals auch Bürgermeister von Seltendorf), Heinz Langbein, Walter Pierags, Richard Blechschmidt, Hans Blechschmidt, Helmut Horn, Rolf Bräutigam, Heini Langguth, Horst Sack, Ernst Jakob und Walter Langguth.

Den Namen Traktor konnte man sich zu jener Zeit nicht einfach aussuchen. Er entsprang der damaligen gewerkschaftlichen Zuordnung von Sportgemeinschaften zu ihren Trägerbetrieben. Da Seltendorf ein durch Landwirtschaft geprägtes Dorf war, wurde die BSG entsprechend auch durch einen landwirtschaftlichen orientierten Betrieb gefördert. In unserem Fall war dies die s.g. VEAB (Volkseigener Erfassungs- und Aufkaufbetrieb, der Aufkaufstellen für die Erzeugnisse von Privatpersonen, zumeist Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten, aber auch tierische Produkte, wie Eier und Geflügel vorhielt).

Das erste eigene Trikot wurde dann auch von der VEAB zur Verfügung gestellt – blau-weiß-geringelte Hemden, blaue Hosen, blau-weiß-geringelte Stutzen.

Zum 1. Vorsitzenden wurde Berthold Winterstein gewählt. Ab 1962 übernahm Willi Ziehn den Vereinsvorsitz, den er 20 Jahre innehatte. Nach ihm folgten Jochen Thieme und Rolf Schmidt bis Ende der 80er, Uwe Zimmermann bis 1996, Helmut Horn bis 1999, Frank Ludwig bis 2008 und aktuell Nils Pasztori.

Bevor man jedoch in der Kreisklasse mitspielen konnte, musste zunächst erst einmal ein Fußballplatz gefunden und hergerichtet werden. Dazu berichtete uns Willi Ziehn folgendes:

Damals gab es nichts, was eine Fußballmannschaft benötigte. Da kein Sportplatz vorhanden war, wurden bis Juli 1961 alle Heimspiele auswärts ausgetragen oder auf den Sportplatz von Grümpen ausgewichen.

Der heutige Sportplatz war damals eine Sumpfwiese. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion wurde das von der LPG zur Verfügung gestellte Grundstück planiert. Die Raupe hierzu wurde ohne die entsprechende Genehmigung von Willi Ziehn von einer Baustelle in Effelder „abgezogen“. Für diese nicht genehmigte Aktion bezog er einen Verweis seitens der Parteiführung.

Von der ehemaligen Porzellanfabrik in Meng.-Hämmern wurde Schlacke organisiert, die dann von ca. 20 Fußballern und Anhängern mühevoll eingeebnet wurde, um eine gleichmäßige Oberfläche zu er- halten. Darauf wurde wiederum Mutterboden verteilt und Gras angesät. Auch die Tore mussten zunächst erst einmal hergestellt werden. Walter Bätz spendete das Holz. Die Bäume wurden geschlagen, entastet, transportiert, zu Kanthölzern geschnitten und zu Toren aufgestellt. Endlich, am 11.06.1961 wurde das erste Spiel auf dem neuen Platz durchgeführt. Am 16.07.1961 fand die Sportplatzweihe statt.

Als Umkleidekabine diente „zunächst“ 25 Jahre lang der Saal der Gaststätte „Goldene Aue“ (bis 1985).

Von 1970 bis 1976 konnte unser Verein personalbedingt keine eigene Fußballmannschaft zum Spielbetrieb melden. In dieser Zeit wurden nur vereinzelt Freundschaftsspiele durchgeführt. Erst mit neuen jungen Spielern konnte 1976/1977 der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden.

Am 03.12.1980 wurde die Frauen-Freizeit-Gymnastik-Gruppe gegründet. In der ehemaligen Schule wurde ein Gymnastikraum eingerichtet, um einmal in der Woche gemeinsam den Körper aus der einseitigen Belastung des Alltags herauszubringen. Hier waren hauptsächlich Lisa Schmidt und Regina Fromm die treibenden Kräfte. Bis Ende der 1990er Jahre führten sie die Regie. Danach ist die Gymnastik-Gruppe, alters-und umstandsbedingt nicht mehr aktiv geworden.

1984 ging ein lang ersehnter Wunsch der Fußballer in Erfüllung, es wurde mit dem Bau von eigenen Umkleidekabinen begonnen. Viele freiwillige Arbeitsstunden wurden von den Mitgliedern und Ortsbürgern geleistet, bis im Oktober 1985, zum 25-jährigen Bestehen der BSG Traktor Seltendorf, das neue, eigene Sportheim eingeweiht werden konnte.

Am 24.02.1989 wurde ein neuer Trägerbetrieb für unseren Verein gefunden. Der VEB Ultra Möbel sollte kurzzeitig noch der Namensgeber der BSG Ultra Möbel Seltendorf sein. Bereits zum Saisonstart 1990/1991 startete unser Verein unter seinem heutigen Namen, SV 1960 Seltendorf. Erst drei Jahre später, am 23.10.1992 wurde unser Verein unter der Vereinsregisternummer 223 als SV 1960 Seltendorf im Vereinsregister eingetragen. Die offizielle „Neugründung“ nach der Wiedervereinigung erfolgte am 22.2.1992 durch die Mitgliederversammlung.

Von Juli 1989 bis Juni 1990 erhielt unser Sportlerheim sein heutiges Aussehen. Mit einem Anbau an das bestehende Vereinszimmer wurden die Voraussetzungen für unseren Gastraum geschaffen. Fast 3000 freiwillige Stunden unserer Mitglieder sowie die tatkräftige Unterstützung des damaligen Bürgermeisters, Dieter Nötzel, hatten einen großen Anteil daran. Seitdem wird das Sportlerheim intensiv von den Sportlern, den Ortsbürgern, anderen Vereinen und auch als Wahllolkal für die Kommune genutzt. Die Bewirtschaftung erfordert einsichtige, einsatzfreudige Mitglieder, die Ihre Freizeit für die Belange des Vereins opfern und damit auch zum notwendigen wirtschaftlichen Überleben des Vereins beitragen.